Zusammenschluß
von Iduna und Signal
Zum 01.Juli
1999 haben sich die Versicherungsgesellschaften Iduna-Nova Gruppe,
Hamburg und die Signal Gruppe, Dortmund zu einem Gleichordnungskonzern
mit zwei Geschäftssitzen zusammengeschlossen. Neuer Vorstandsvorsitzender
wird Reinhold Schulte, der bisher Vorstandsvorsitzender der Signal-Gruppe
war. Vor allem die beiderseitigen Stärken in Handwerk, Handel, öffentlichem
Dienst und Gewerbe würden zu deutlichen Synergieeffekten auf beiden
Seiten führen, mit Kostenersparnissen von bis zu 100 Mio. DM. Während
die Tochtergesellschaften beider Versicherungen im Lebensversicherungsbereich
zum 01. Januar 2000 verschmelzen werden, erfolgt der Zusammenschluß
der Nova Krankenversicherung a.G. mit der Signal Krankenversicherung
a.G. rückwirkend zum 01. Januar 1999. Nach der Fusion beider Konzerne
verfügt die Gesamtgruppe über 14.000 beschäftigte, die zusammen
mit etwa 19.000 Versciherungsvermittlern rund 10 Mio. Kunden betreuen.
Dabei liegen die Beitragseinnahmen des neuen Giganten bei 7,5 Mrd.
DM mit Kapitalerträgen in Höhe von 3,3 Mrd. DM. Der Zusammenschluß
soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.
Versicherungen
verweigern Stiftung Warentest Informationen
Der Vorstand
der Stiftung Warentest kritisiert das Informationsverhalten diverser
Versicherungsgesellschaften. Im Rahmen einer Bewertung verschiedener
Versicherungsprodukte verweigerten und erschwerten einige Unternehmen
aus der Branche der Stiftung den Zugang zu Informationen, die beispielsweise
zur Bewertung von privaten Krankenversicherungen oder Kapitallebensversicherungen
erforderlich seien. Dabei handele es sich auch um Angaben der Leistungen
einzelner Versicherungen in der Vergangenheit. Zur anderweitigen
Beschaffung der Informationen müsse die Stiftung Warentest erhebliche
und nicht angemessene Mittel aufwenden, um den Verbraucher entsprechend
informieren zu können.
Gerling
plant Going Public
Nach Meldung
der Süddeutschen Zeitung hat Gerling für den Herbst 1999 den Gang
an die Börse vorgesehen. Abhängig ist das Going Public noch von
der Zustimmung der Mehrheit der Hauptversammlung im August 1999.
Damit könnten die Aktien bereits Ende September an der Börse gehandelt
werden. Die Mehrheit der Anteile soll jedoch auch weiterhin beim
derzeit mit 70% Hauptbeteiligten Rolf Gerling verbleiben. Mit dem
Börsengang soll auch das Wachstum des Konzernes im Ausland vorangetrieben
werden.
Besteuerung
von Lebensversicherungen
Mit der Besteuerung
von Kapitallebensversicherungen hat die Bundesregierung für
Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt. Wurde diese Form der Geldanlage
derzeit von der Bevölkerung überwiegend zur Altersvorsorge oder
als attraktive Tilgungsform von Darlehen für den privaten Hausbau
genutzt, ist diese Form der Vorsorge wohl künftig allein schon aus
Rentabilitätsaspekten für den Anleger kaum mehr von Interesse. Nachdem
zunächst diverse Stichtage des Abschlusses der Kapitallebensversicherung
als Besteuerungsgrenze genannt wurden, hat sich die Bundesregierung
nun darauf einigen können, als gültigen Termin für eine Besteuerung
den Tag des Gesetzbeschlusses festzulegen. Dieser soll zwischen
dem Ende der Sommerpause, jedoch auf jeden Fall bis Ende des Jahres
erfolgen. Bis dahin gilt noch die alte Regelung, bei der Erträge
aus Kapitallebensversicherungen, die vor dem Tag des Gesetzbeschlusses
unterzeichnet wurden, nach 12 Jahren Laufzeit steuerfrei bleiben.
Ausgenommen
von der neuen Besteuerung sollen jedoch Versicherungsverträge bleiben,
die nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit einen monatlichen
Betrag an den Versicherungsnehmer ausschütten. Diese Sparform wird
von der derzeitigen Regierung als zusätzliche private Rente angesehen
und soll künftig nicht besteuert werden. Ob sich der Bürger jedoch
die Form der Auszahlung seiner Ansparungen auf diese willkürliche
Weise vorschreiben läßt, bleibt abzuwarten.
GDV prognostiziert
Beitragserhöhungen im Bereich der Autoversicherung
Schon in 1999,
so der Vorsitzende des Hauptausschusses Schaden im Gesamtverband
der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV e.V.), ist in der Versicherungsbranche
mit Beitragserhöhungen in der Kfz.-Versicherung zwischen fünf und
acht Prozent zu rechnen. Während diese Erhöhungen bisher nur für
neu abgeschlossene Verträge relevant seien, werde es für das Jahr
2000 auch für bereits abgeschlossene Kfz.-Versicherungen entsprechende
Aufschläge geben. Grund für diese Maßnahmen sei in erster Linie
der zunehmend ansteigende Verlust der Versicherungsbranche im Kfz.-Sektor,
der von 2,3 Mrd. DM in 1998 mit nunmehr rund vier Mrd. DM für 1999
prognostiziert wird. Den größten Verlustanteil trägt dabei der Bereich
der Kasko-Versicherung. Der wesentliche Grund für die schlechte
Ertragssituation sei in der zunehmend intensiveren Wettbewerbssituation
der vergangenen Jahre zu suchen, aufgrund derer nicht angemessene
Beitragssenkungen und Rabattgestaltungen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit
im Kfz.-Bereich für die Versicherungsgesellschaften erforderlich
waren. Hinzu komme in diesem Jahr ein steigender Schadensaufwand,
der bereits in den ersten Monaten diesen Jahres den Vorjahresaufwand
um etwa sechs Prozent übersteigt. Auch sei in diesem Geschäftsjahr
der bisher gewinnbringende Vollkaskobereich in die roten Zahlen
gerutscht. Lediglich im Teilkaksosektor prognostiziert der GDV für
das laufende Geschäftsjahr ein positives Ergebnis.
Für die Zukunft
sei ein neues Kasko-Modell in Planung, bei dem die bisherigen Schwächen
bei der Beitragsgestaltung gerade bei speziellen Fahrzeugtypen im
Vergleich von Voll- und Teilkaskoversicherung beseitigt werden sollen.
Als durchaus
positiv wertet der Verband den deutlichen Rückgang von Autodiebstählen
aufgrund des zunehmenden Einbaus elektronischer Wegfahrsperren,
sowie die Einführung der 0,5 Promille Grenze, durch die alkoholbedingte
Unfälle um 13% reduziert werden konnten.
Im Bereich der
Feuerversicherung hingegen bezifferte sich im vergangenen Jahr der
Verlust in der gesamten Branche auf 600 Mio. DM. Auch hier sei die
Ursache im zunehmenden Wettbewerb zu suchen.
Dennoch sei
die Versicherungsbranche aufgrund von sehr guten Ergebnissen vor
allem im Bereich der Finanzgeschäfte bisher weit von einer Misere
entfernt und verfüge über entsprechend große Finanzreserven, die
die Verluste aus dem Kfz.-Bereich bisher überkompensieren. Wie lange
diese Überkompensation allerdings anhält, hängt wesentlich von der
Ausdauer des positiven Trends an der Börse ab.
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